Dorothea Brummerloh

freie Journalistin

Feature

Tabuthema Suizid - Wie kann ein offener Umgang mit dem Thema gelingen? (Deutschlandradio Kultur „Zeitfragen“)

Suizid begegnet uns, wenn im Familienkreis oder unter Bekannten jemand sich selbst tötet oder es versucht hat. Angehörige geraten nicht selten in die soziale Isolation. Aber müssen wir nicht diesem Menschen Respekt zollen, auch wenn seine Entscheidung eine Absage an die gemeinsame Zukunft war?

Tabuthema Suizid (mp3)

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Auf ein gesundes Kind - Prost! (Deutschlandradio Kultur „Zeitfragen“)

Über den Alltag alkoholgeschädigter Kinder

Jedes Jahr werden in Deutschland 6 - 10.000 Kinder geboren, die an der fetalen Alkoholspektrum-Störung, FASD leiden. Eine Krankheit, die vermeidbar ist: durch den konsequenten Verzicht auf Alkohol während der Schwangerschaft. Doch noch immer halten viele das gelegentliche Gläschen für unschädlich. Dabei ist die medizinische Datenlage viel zu vage, um diese Ansicht zu stützen. Andere setzen ihren hohen missbräuchlichen Alkoholkonsum trotz Schwangerschaft fort. In jedem Fall trinkt das Ungeborene mit, wenn die Mutter trinkt. Die Folgen für die Kinder sind dramatisch: Fehlbildungen, intellektuelle, kognitive und motorische Einschränkungen, psychische Auffälligkeiten – ihr Alltag wird von einer Krankheit bestimmt, die nicht heilbar ist. Therapien und ein gutes soziales Umfeld können die schwierige Entwicklung der Kinder positiv beeinflussen.

Auf ein gesundes Kind (mp3)

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Das letzte Rezept (rbb Kulturradio - „Gott und die Welt“)

Ärzte als Sterbehelfer?
 

Mitte November wird der Bundestag über eine Neuregelung der Sterbehilfe entscheiden. Dabei geht es vor allem um die Rolle der Ärzte. Die vier fraktionsübergreifenden Gesetzentwürfe der Abgeordneten reichen vom völligen Verbot der Sterbehilfe bis hin zur ausdrücklichen Erlaubnis für den Arzt, schwerstkranken Patienten Beihilfe zum Suizid zu leisten. Es ist eine Gewissensentscheidung – nicht nur für die Abgeordneten. Denn selbst wenn Ärztinnen und Ärzte dadurch Rechtssicherheit haben sollten, ist vielen nicht wohl bei dem Gedanken, Herr über Leben und Tod zu sein. Wie stehen sie zu ihrer zukünftigen Aufgabe, das Leiden nicht nur zu lindern, sondern auf Wunsch auch zu beenden?

Das letzte Rezept (mp3)

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Einen alten Baum verpflanzt man nicht! (Deutschlandradio Kultur „Zeitfragen“)

Wie kann im Alter gutes Leben auf dem Land gelingen?

Entgegen des Trends der Landflucht gibt es in Deutschland wachsende Dörfer: Im Wendland engagieren sich etwa junge und alte Bewohner gemeinsam für den Erhalt ihrer Gemeinden. Um dem Dorfsterben zu entgegnen, sollte der Gesetzgeber auch Regelungen überdenken, die ausschließlich für dicht besiedelte Regionen gelten.

Einen alten Baum verpflanzt man nicht (mp3)

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Schrottplatz Mensch (DLF „Dossier“)

Skandale um Medizinprodukte, zu denen Holzspatel, Kondome, aber auch Hüftimplantate zählen, scheinen an der Tagesordnung: mit Industrie-Silikon gefüllte Brustimplantate, Metallabrieb im Hüftgelenk oder Kabelbruch am Herzschrittmacher.

Kein Land implantiert so viele Prothesen wie Deutschland. Doch niemand scheint hier die Patienten vor fehlerhaften Medizinprodukten zu schützen. Sie werden vor der Zulassung nur im Labor getestet, zeigen ihre Risiken erst nach dem Einsatz. Anders als bei der Zulassung von Arzneimitteln, die vor ihrer Zulassung durch eine unabhängige Behörde untersucht werden müssen, dürfen bei Medizinprodukten die Hersteller ihre Prüfer selbst auswählen.

Die Produkte müssen in einer "benannten Stelle" mit dem CE-Siegel zertifiziert werden. Garantiert wird damit die technische Sicherheit und Funktionsfähigkeit, zum Beispiel, dass die Farbe nicht abgeht. Ob die Anwendung beim Patienten Nebenwirkungen verursacht, wird nicht geprüft.

Schrottplatz Mensch (mp3)

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Nicht versichert – leben ohne Krankenversicherung (SWR 2 „Wissen“)

Trotz allgemeiner Versicherungspflicht leben in Deutschland ca. 137. 000 Menschen offiziell ohne Krankenversicherung. Ihre Behandlungskosten werden nur übernommen, wenn sie an plötzlichen starken Schmerzen leiden oder in akuter Lebensgefahr schweben. Diese Nichtversicherten sind auf Ärzte und medizinisches Einrichtungen wie die „Malteser Migranten Medizin“ oder die „Praxis ohne Grenzen“ angewiesen, wo sie "pro bono" behandeln.

Ursprünglich waren diese Hilfen für Obdachlose gedacht. Heute kommen ehemalige Selbstständige, Freiberufler, Menschen mit kleiner Rente oder Hartz- VI-Empfänger. Aber auch immer mehr Europäer, die ohne gültige Versicherung aus ärmeren Staaten der EU einreisen, nehmen diese medizinische Versorgung in Anspruch. Einerseits können sie ihren Arbeitsplatz in der EU frei wählen. Aber wenn sie krank werden, will das keiner bezahlen.

Von Armut betroffene Männer sterben im Schnitt zwölf Jahre früher als wohlhabende. Eigentlich müssten solche Erkenntnisse zu maximaler politischer Aktivität führen. Aber das geschehe nicht, sagen die Helfenden.

Leben ohne Krankenversicherung (mp3)

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„Du Spritze. Arm frei!“ –Babylon im Krankenhaus (Deutschlandradio Kultur „Zeitfragen“)

Aufgrund des Ärztemangels vor allem auf dem Land werben die deutschen Kliniken immer mehr Mediziner aus dem Ausland an. Diese müssen zwar ihre fachlichen Qualifikationen belegen, doch bei ihren Sprachkenntnissen wird oft ein Auge zugedrückt.

In deutschen Kliniken und ländlichen Praxen herrscht Ärztemangel. Auch deshalb arbeiten rund 33.000 zugewanderte Mediziner in Deutschland. Tendenz steigend. Die neuen Mitarbeiter, die aus Rumänien, Ungarn, Russland, Griechenland, Syrien, Afghanistan und vielen anderen Ländern kommen, müssen ihre fachliche Qualifikation belegen. Für den Nachweis der Sprachkenntnisse genügt das B2- oder C1-Zertifikat. Die Erfahrungen zeigen: Das reicht nicht aus. Zunehmend fühlen sich Patienten vom Arzt "nicht verstanden". Rudimentäre Sätze über Diagnose und Therapie führen zu Informations- und Vertrauensverlust.

Sehr gute Sprachkenntnisse sind auch fachlich notwendig, denn gerade in der inneren Medizin oder in der Psychiatrie werden Diagnosen vor allem über das Gespräch ermittelt. Ärzte und Pflegepersonal klagen ebenfalls über Kommunikationsprobleme mit den zugewanderten Kollegen. Politik und Standesverbände haben das Problem erkannt. Während die einen noch über die Finanzierung der Lösung streiten, handeln andere.

Babylon im Krankenhaus (mp3)

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Heilen macht krank oder der Arzt als Patient (DLF „Das Feature“)

Ärzte heilen heute nicht mehr nur, sie sind auch Verwaltungsangestellte. Sie dokumentieren, füllen bergeweise Anträge und Formulare aus.

Für die eigentliche Arbeit am Patienten bleibt wenig Zeit. Der ökonomische Druck, der auf den Krankenhäusern lastet, ist enorm. Auch sie müssen wirtschaftlich arbeiten. Arbeitszeiten und Arbeitsbelastung der Ärzte steigen an und mit ihnen die Angst vor Behandlungsfehlern, die nicht nur für Patienten eine Katastrophe bedeuten.

Das alles hat Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Ärzte, die oft schlechter aussehen als ihre Patienten. Mediziner leiden öfter an Depressionen und Suchterkrankungen als andere Berufsgruppen, begehen doppelt so häufig Selbstmord. Ärzte bekommen meist erst mit, welche Mängel das System hat, wenn sie selbst Patienten sind.

Tun sie etwas dagegen? Warum macht der Arztberuf so viele krank? Wie gefährlich ist das für die Patienten? Was hat Einfluss auf das Arzt-Patienten-Verhältnis? Kann ein kranker Arzt andere noch heilen?

Heilen macht krank oder der Arzt als Patient (mp3)

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Täter, Häftling, Sohn - Wenn das Kind kriminell wird (rbb Kulturradio - „Gott und die Welt“)

Nicht nur den Angehörigen von Verbrechensopfern widerfährt unfassbares Leid, auch die Familien vieler Täter nehmen schweren Schaden. Doch statt Trost und Mitgefühl von Freunden, Nachbarn oder Kollegen zu erfahren, sind sie ablehnenden Blicken und dem stummen bis lauten Vorwurf der Mitschuld ausgesetzt. Wie werden Eltern damit fertig, wenn das eigene Kind kriminell ist?

Täter, Häftling, Sohn (mp3)

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Herzlos in den Himmel (rbb Kulturradio - „Gott und die Welt“)

Organspende in Deutschland

Organspende, ja oder nein - darüber hatte Sandra Urbach noch nie nachgedacht, als bei ihrem 12-jährigen Sohn der Hirntod festgestellt wurde. So sinnlos sein Tod ihr erschien, tat es gut zu wissen, dass seine Organe anderen Menschen das Leben retteten. Rund 12.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Jährlich sterben über 1000 Patienten auf der Warteliste, weil es nicht genügend Spender gibt. Eine unhaltbare Situation, darüber sind sich Politiker, Mediziner und Betroffene einig. Selbst Kirchenvertreter mahnen: „Nimm deine Organe nicht mit in den Himmel!“ Ende des Jahres soll das Transplantationsgesetz geändert werden. Eine Widerspruchslösung lehnen viele Experten ab. Der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber will aber jeden moralisch verpflichten, sich zu entscheiden, ob er diesen Akt der Nächstenliebe leisten will oder nicht. Von Dorothea Brummerloh

Herzlos in den Himmel? (mp3)

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