Dorothea Brummerloh

freie Journalistin

Portraits

Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist das Beobachten von Menschen. Mich faszinieren die Körpersprache, die Mimik und die Gestik. Dafür kann ich stundenlang reglos am Strand liegen oder auf einer Parkbank sitzen und einfach nur so in die Welt "glotzen". Es muss nichts Spektakuläres passieren. Es reicht, wenn ein alter Mensch gestützt auf einen Stock an mir vorbei schlurft. An der Art und Weise wie er den Stock aufsetzt oder an seiner Körperhaltung, kann man unheimlich viel über diesen Menschen erfahren. Oder denken Sie an die Hundebesitzer im Park, die Ihnen dort regelmäßig begegnen. Schon von weitem rufen sie "Der tut nichts" und haben dabei Angst geweitete "Hoffentlich -passiert - nichts" -Augen. Oder achten Sie mal auf das Gesicht des Herrchens, wenn sein kleiner Hund zum wiederholten Mal ausbüchst. Ohne Worte. Man kann dabei so viel über den Menschen erfahren. Und die Beobachtungslust hilft mir dann bei meinen Portraits weiter.

Wenn ich ein Portrait anfertige, beobachte ich meinen Gesprächspartner und lasse mich von ihm inspirieren. Und so ergibt es sich oft, dass das Gespräch in eine völlig unerwartete Richtung geht. Dann höre ich lustige Geschichten, die dem Portrait auch das gewisse Etwas geben. Zum Beispiel hat mir mal ein "Staub trockener" Professor für Physiologie ein Lied in japanischer Sprache vorgesungen und mir offeriert, dass er Heuschrecken zum Essen im Kühlschrank aufbewahrt.

Und so sind neben meinen medizinischen Beiträgen Portraits mein liebstes Genre.

zu den Hörproben