Dorothea Brummerloh

freie Journalistin

Reportagereise Guinea 2013

Im Februar / März 2013 war ich auf einer Reportagereise in Guinea. Das war eine sehr spannende, arbeits-, aber auch erlebnisreiche Zeit, die ich in meinem Erfahrungsschatz nicht missen möchte.
Auf meiner Reise durch das Land bin ich durch Sekou Bangoura, einem Bauingenieur aus Friguiagbé begleitet wurden. Ohne ihn hätte es diese Reise und die Reiseberichte nicht gegeben. Dafür möchte ich ihm noch einmal ausdrücklich danken.

Guinea

Guinea, ein kleiner Staat an der Atlantikküste Westafrikas, erlangte 1958 seine Unabhängigkeit und ist heute eine Präsidialrepublik. Das Land ist reich an Bodenschätzen, hat auf Grund guter klimatischer Bedingungen eine üppige Vegetation. Trotzdem lebt der Großteil der Bevölkerung in Armut. Eine Industrie existiert praktisch nicht. Die Landwirtschaft ist wenig produktiv, reicht nicht für die Eigenversorgung aus. Im Entwicklungsindex der UN nimmt Guinea den 150. Platz von 162 Staaten ein.

Für 7,3 Millionen Menschen stehen nur 35 Krankenhäuser zur Verfügung, ein Arzt muss theoretisch 10.000 Menschen versorgen. Die Säuglingssterblichkeit liegt bei 112 auf 1000 Geburten, mehr als 60.000 Kinder erleben auf Grund von Unterernährung und Malaria ihren 5. Geburtstag nicht. 48 % der Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, die Lebenserwartung liegt bei 47 Jahren.

In Guinea gibt es zwar eine Schulpflicht, die Grundschule ist kostenlos. Trotzdem liegt die Alphabetisierungsquote bei 57%, nur etwa jedes zweite Kind besucht eine Grundschule. Wie soll das auch gehen, wenn es in manchen Orten keine Schule gibt.

Guinea leben mehr als 20 Völkern. Über 40% der Bevölkerung sind Fulba, gefolgt von den Malinke (30%) und den Susu (20%). Aus diesen vielen Völkern heraus resultiert das, was Guinea für Globe­trotter interessant macht: die Mehrsprachigkeit. Die offizielle Amtssprache ist französisch, ein Überbleibsel aus der Kolonial­herrschaft Frankreichs, was allerdings nur ca. 20-25% sprechen. Es ist die Sprache des Staates, der öffentlichen Institutionen, auch der Schulen, seit der Einführung durch Diktatur Sekou Touré in den 1980er Jahren. Neben Fulani, Pulaar, Malinke, Konaike, Susu, Kissi, Guerze und Toma werden noch 40 weitere Landesprachen gesprochen. 

Die drei größten Stämme sind größtenteils islamisiert und Anhänger des sunnitischen Glaubens. Die kleineren Volksgruppen – die Kpélé, die Kissi, die Toma und die Baga – sind mit 10 % zumeist Anhänger von Naturreligionen. Fast 10% der Bevölkerung bekennt sich zum christlichen Glauben: zum katholischen, protestantischen, anglikanischen und neuapostolischen. Und dieses bunte Nebeneinander der Religionen scheint in Afrika zu funktionieren.

Bilder der Reise

Unterwegs in den Dörfern

Land und Leute

Interviewpartner

Schulen in Guinea

Frauenarbeit

Sendungen

Verschämt, verstummt, verstümmelt (rbb Kulturradio - „Gott und die Welt“)

Frauen in Guinea

Das westafrikanische Guinea ist reich an Bodenschätzen, doch die meisten Menschen haben kaum genug zum leben. Bildung wird so zum Luxus: Nur 29 Prozent der Erwachsenen können lesen und schreiben, nur eine Minderheit davon sind Frauen. Im vorherrschenden Patriarchat sind die Rollen in der Familie und der Gesellschaft streng aufgeteilt. Mädchen werden früh verheiratet und Mutter, sie arbeiten hart und sind anfälliger für Krankheiten. Fast alle sind beschnitten, obwohl das offiziell verboten ist. Weil die Genitalverstümmelung ein Gesundheitsrisiko birgt, wird der Eingriff zunehmend von medizinischem Personal statt von traditionellen Beschneiderinnen durchgeführt. Doch aufgeben wollen selbst die Frauen diese angeblich islamische Tradition nicht, denn nur beschnittene Mädchen gelten als rein.

Verschämt, verstummt, verstümmelt - Frauen in Guinea (mp3)

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„Ein guter Mensch ist, der eine Religion hat …“ (BR 2 „Katholische Welt“)

Über die Religionen in Guinea

In westafrikas Guinea leben mehr als 20 Völker. Neben der offiziellen Amtssprache französisch werden mehr als 40 Landessprachen gesprochen. Die drei größten Stämme- die Fulba, Malinke und Susu - sind größtenteils islamisiert und Anhänger des sunnitischen Glaubens. Die kleineren Volksgruppen, wie die Kpélé, Kissi und Baga, sind meist Anhänger von Naturreligionen. Fast 10% der Bevölkerung bekennt sich zum christlichen Glauben: zum katholischen, protestantischen, anglikanischen und neuapostolischen. Das Nebeneinander der Religionen scheint - anders als beim nördlichen Nachbarn Mali - in Guinea zu funktionieren.

Ein guter Mensch ist, der eine Religion hat (mp3)

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Nur eine beschnittene Frau ist rein? (Deutschlandradio Kultur)

Frauen in Guinea gegen die Genitalverstümmelung

Wenn Nicht-Afrikaner Genitalverstümmelung von Frauen kritisieren, wird ihnen schnell postkoloniale Überlegenheit unterstellt. Inzwischen kritisieren aber auch Einheimische, etwa in Guinea, die Praktiken. Vereinzelt sind darunter sogar Männer.

Frauen in Guinea gegen die Genitalverstümmelung (mp3)

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Gelebte Vielfalt (Deutschlandradio Kultur)

Religionen in Guinea

Guinea ist ein Land der vielen Religionen. Mehrheitlich muslimisch, finden sich dort auch starke christliche und naturreligiöse Traditionen. Erstaunlicherweise funktioniert dieses Miteinander recht harmonisch. Denn die gelebte Toleranz beginnt schon in den Schulen.

Religionsunterricht in Guinea (mp3)

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Schulen für Guinea (SWR 2 „Wissen“)

Guinea ist seit 1958 ein unabhängiger Staat. Das Land an der Küste Westafrikas ist reich an Bodenschätzen, hat gute klimatische Bedingungen und eine üppige Vegetation. Trotzdem lebt der Großteil der Bevölkerung in Armut. Die Landwirtschaft ist wenig produktiv, reicht nicht für die Eigenversorgung aus. Eine Industrie gibt es so gut wie nicht. Auch mit der Bildung steht es nicht zum Besten: In Guinea gibt es zwar eine Schulpflicht, trotzdem liegt die Alphabetisierungsquote bei 57 Prozent, nur etwa jedes zweite Kind besucht eine Grundschule. Wie auch, wenn es in vielen Orten keine Schule gibt oder die nächste kilometerweit entfernt ist.

Schulen für Guinea (mp3)

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